Künftig keine Krankschreibung mehr übers Telefon und – eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Fehltag. Darauf hat sich die Bundesregierung in Berlin verständigt. Der Arbeitgeberverband Niedersachsenmetall spricht von einem „überfälligen“ Schritt. Deutschland leiste sich eines der teuersten Gesundheitssysteme der Welt, habe die kürzesten Jahresarbeitszeiten und verzeichne gleichzeitig einen Krankenstand auf internationalem Spitzenniveau. Das sei keinem mehr zu erklären, sagte Niedersachsenmetall-Chef Volker Schmidt laut Mitteilung. Kritik kommt von den niedersächsischen Hausärztinnen und Hausärzten: Der Landesverbandsvorsitzende Matthias Berndt sagte, die bisherige Lösung, dass Telefon-Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen bei bekannten Patientinnen und Patienten ausgestellt würden, habe sich ausdrücklich bewährt. Wer „blaumachen“ wolle, wende sich ohnehin nicht an die Hausarztpraxis, sondern bestelle sich bei kommerziellen Anbietern Wunschkrankmeldungen.
Reformpläne der Regierung: Kritik von Hausärzten, Lob von Arbeitgebern