Die Krise der Industrie in Niedersachsen verschärft sich weiter. Laut einer aktuellen Umfrage des Arbeitgeberverbands NiedersachsenMetall könnten im Laufe des Jahres bis zu 30.000 Arbeitsplätze verloren gehen. Jedes zweite Unternehmen in Niedersachsen plant demnach einen Stellenabbau. Hauptgrund ist ein massiver Auftragsmangel – fast 60 Prozent der Betriebe berichten davon. Besonders betroffen ist die Automobilindustrie: Sechs von zehn Unternehmen wollen dort Personal reduzieren. Gleichzeitig hat mehr als die Hälfte der befragten Firmen die Produktion angesichts der Krise in Nahost reduziert und investiert weniger.
Die Lage sei ernüchternd, sagt Niedersachsenmetall-Chef Volker Schmidt. Man sehe keine Stabilisierung, sondern eine weitere Verschlechterung auf breiter Front. Wenn jedes zweite Unternehmen weiter Personal abbauen wolle, sei das ein tiefer struktureller Einschnitt in unseren Industriestandort. Wenn die Politik diesen Kurs nicht korrigiere, so der Verbandschef, dann werde die industrielle Wertschöpfung zunehmend außerhalb Europas stattfinden – mit entsprechenden Folgen für Beschäftigung und Wohlstand in Niedersachsen.