Nach dem Suizid des Tatverdächtigen aus Garbsen im Fall Stade, wächst der politische Druck auf Niedersachsens Justizministerin Kathrin Wahlmann: Die CDU im Landtag spricht von einem Kontrollverlust im Justizressort. Die parlamentarische Geschäftsführerin Carina Hermann fordert eine lückenlose Aufklärung, welche Hinweise auf eine Selbstgefährdung vorlagen und wie darauf reagiert wurde. Die Oppositionspartei wirft der Ministerin eine Serie schwerwiegender Pannen vor. Auch Ministerpräsident Olaf Lies müsse sich der Kritik stellen, so die CDU.
Der Verdächtige war Dienstag tot in seiner Zelle gefunden worden. Ende Juni hatte er in einer Jugendhilfeeinrichtung sechs Menschen getötet, darunter auch Mitarbeitende des Jugendamtes der Region Hannover. Hintergrund war nach bisherigen Erkenntnissen ein Streit um das Sorgerecht für seine Tochter.